Die Feder war das tägliche Werkzeug der Hildegard von BIngen. Durch Briefe stand sie mit bedeutenden Persönlichkeiten in Kontakt. Und alles, das ihr wissenswert erschien, schrieb sie nieder. Vor allem wendete sie sich dem Glauben zu, ohne sich eine Theologin zu nennen. Das hätte sie sich nie angemaßt, denn Theologe zu sein war Männern vorbehalten. Aber sie hatte Visionen, in denen Gott zu ihr sprach, wie sie beteuerte. Heute vermutet man dahinter Lichterscheinungen, die manche Migräne begleiten. Sie bekam von Papst Eugen III. die Erlaubnis, diese Visionen zu veröffentlichen, was sie zu einer einflussreichen Frau machte. So schrieb sie eine Glaubenslehre nieder, eine philosophisch-theologische Gesamtschau der Welt, in der Weltbild, Menschenbild und Gottesbild untrennbar miteinander verwoben sind. Sie sah sich als „eine dem Wind des Gottvertrauens anvertraute Feder".
Fotos: Adi Hanusch
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