Säuglinge:
ab 3 MO:
6-8 MO:
ab 8 MO:
- Bei vertrauten Personen längeres Anschauen, mehr Lächeln und Vokalisieren (Wiedererkennen?)
- keine negativen Reaktionen auf Fremde bzw. Trennung
ab 3 MO:
- ausgeprägte Interaktion: Gruß: Augen + Mund weit offen
- Bevorzugung enger Bezugspersonen (meiste Interaktion)
6-8 MO:
- Lächeln bei sprechendem menschlichen Gesicht
- Stimme und Geruch der Haupt-Bezugsperson wirken am beruhigendsten
ab 8 MO:
- Protest, wenn die Hauptbezugsperson geht und "Fremdeln"
Kindchenschema: Kopf zurück, Augenbraue hoch, Augen + Mund weit offen, Anreden, Lächeln; hohe Stimme mit großen Höhenschwankungen = Ammensprache; Repetitive Bewegungen => Verständnis und Erinnerung durch Kind); Nachahmung des Kindes
ab 36 MO:
- flexiblere Beziehung zwischen Hauptbezugsperson und Kind
- Hauptbezugsperson ist nur noch „sicherer Hafen“
- selbstständige Erforschung der Umwelt (Exploration)
Wenn Hauptbezugsperson sich für Probleme verantwortlich zeigt
=> sichere Bindung => Vertrauen => positive Entwicklung
=> sichere Bindung => Vertrauen => positive Entwicklung
Bindung hängt nicht vom Bedürfnis nach Nahrung ab
Harry Frederick Harlow (1950-er) isolierte Affenbabies von ihren Müttern; die Jungen gehen mehr zur „Kuschelmutter“ (Plüschtier) als zur „Nahrungsmutter“ (aus Draht) https://www.youtube.com/shorts/CDjGuzu3MEM |
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John Bowlby formulierte ab den 1940er–1960er Jahren die Grundannahmen über das angeborene Bindungsbedürfnis.
Mary Ainsworth entwickelte die Theorie weiter und schuf die empirische Basis (Bindungsstile, Strange Situation).
Bindungstypen nach John Bowlby (1969)
Typ A = unsicher gebunden; ängstlich vermeidende Bindung:
Typ B = sicher gebunden
Typ C = unsicher gebunden; ängstlich resistente, ambivalente Bindung
Typ D = unsicher gebunden; desorientiert
- Diese Kinder ignorieren die Hauptbezugsperson bei Vereinigung oder wenden sich ab.
- Sie erscheinen mit dem Fremden alleine nicht ängstlich.
- Die Hauptbezugspersonen sind oft zornig mit dem Kind und bei Beschäftigung mit ihm überstimulierend und/oder aufdringlich.
- Die Kinder sind beim Spielen zurückhaltend und fühlen sich oft alleine.
- Die Hauptbezugspersonen betrachten ihre eigene Kindheit als unwichtig und sagen oft, dass sie sich nicht erinnern könnten (selbst unsicher distanziert gebunden).
Typ B = sicher gebunden
- Die Hauptbezugsperson ist der Hafen der Sicherheit.
- Ein Fremder kann das Kind beruhigen, aber Hauptbezugsperson bleibt immer die Hauptbezugsperson.
- Diese Kinder suchen aktiven Kontakt zur Mutter.
- Die Hauptbezugspersonen sind höchst engagiert und reagieren sensibel auf die Signale des Kindes (zugänglich und kooperativ).
- Die Hauptbezugspersonen berichten über ihre eigene Kindheit meist positiv; sie sind selbst sicher autonom gebunden.
Typ C = unsicher gebunden; ängstlich resistente, ambivalente Bindung
- Diese Kinder trauen der Sicherheit der Hauptbezugsperson nicht.
- Se.nähern sich bei Vereinigung der Hauptbezugsperson, zeigen aber keine Interaktion mit ihr.
- Das Kind ist der Hauptbezugsperson gegenüber ambivalent; oft nach der Trennung zornig oder passiv.
- Die Hauptbezugspersonen sind zu selten beim Kind und nicht konsistent in der Reaktion auf das Kind. Oftmals gehen sie nicht auf die Bedürfnisse ein und vernachlässigen das Kind.
- Die Hauptbezugspersonen waren oft von ihrer eigenen Bezugsperson besessen und von den Eltern abhängig; hatten aber oft eine schlechte Beziehung zu ihnen (selbst unsicher verwickelt gebunden)
Typ D = unsicher gebunden; desorientiert
- Diese Kinder sind sehr ängstlich, wenn die Hauptbezugsperson geht und wirken verstört bei der Vereinigung.
- Die Kinder sind Spielgefährten gegenüber oft feindselig.
- Die Hauptbezugspersonen sind oft psychisch krank und lehnen Kind ab. Oftmals haben sie ungelöste eigene Erfahrungen aus ihrer Kindheit.
Warum Kinder verhaltensauffällig werden
Studie der Kinder- und Jugendhilfe OÖ, Juni 2026
Studie der Kinder- und Jugendhilfe OÖ, Juni 2026
Studie unter 104 schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen, die wegen ihres besonders herausfordernden Verhaltens aufgefallen waren.
41% frühkindliche Vernachlässigung
57% existentielle und sozial-emotionale Vernachlässigung
96% mit Gewalterfahrung in den ersten 30MO
79% diagnostiziert mit Persönlichkeitsstörung
69% Delinquenz
89% wurden bereits (mehrmals) psychiatrisch behandelt
- wiederholte Abwesenheit der Hauptbezugsperson
- körperliche Gewalt zwischen den Eltern
- mangelnde Pflegemaßnahmen
- Hauptbezugsperson in 64% der Fälle substanzabhängig
57% existentielle und sozial-emotionale Vernachlässigung
- zu wenig Nahrung
- zu wenig Schlaf
96% mit Gewalterfahrung in den ersten 30MO
- 46% durch die Mutter
- 22% durch den Vater
- 26% durch beide Eltern
- 41% der Mütter haben selbst frühkindliche Gewalterfahrungen
79% diagnostiziert mit Persönlichkeitsstörung
69% Delinquenz
89% wurden bereits (mehrmals) psychiatrisch behandelt
Hochrisiko-Entwicklungen bei Kindern sind kein unerklärliches Phänomen. Wenn bestimmte Risikofaktoren zusammentreffen und es gleichzeitig keine oder zu wenig schützende Ressourcen für das Kind gibt, können die Folgen schwerwiegend sein.
